Im August, einer Zeit, die oft zur Reflexion und für Familienzusammenkünfte genutzt wird, rückt die Biografiearbeit in den Fokus der qualitativen Betreuung. Biografiearbeit ist weit mehr als das Erzählen von „Geschichten aus der Vergangenheit“; sie ist eine strukturierte Methode, um die Identität und Selbstachtung eines Menschen zu stärken, insbesondere wenn kognitive Fähigkeiten nachlassen.
Indem man sich mit den prägenden Erlebnissen, Erfolgen und auch Krisen eines Lebens befasst, schafft man eine Verstehensebene, die den aktuellen Alltag erleichtert. Wer weiß, dass ein Klient früher als Landwirt gearbeitet hat, wird dessen Unruhe am frühen Morgen oder den Wunsch nach Aufenthalt im Freien besser interpretieren können.
In der häuslichen Betreuung ermöglicht dieser Ansatz eine personenzentrierte Interaktion auf Augenhöhe. Angehörige können durch das Erstellen von Erinnerungsalben oder die Nutzung von Musik aus der Jugendzeit des Betroffenen positive emotionale Anker setzen. Dies fördert nicht nur das Wohlbefinden, sondern kann auch herausforderndes Verhalten bei Demenz deutlich reduzieren.